Erste Walzerschritte

Wir “Oberdorfer Mentscha”, die drei Nanas (Pauler Nana, Maurer Nana, Machnig Nana) und ich, steckten in unserer Jugend viel zusammen - und gemeinsam haben wir uns auch das Tanzen beigebracht. Dazu brauchten wir keine spezielle Musikbegleitung, wir sangen abwechselnd   “Schneewalzer”  und “Mariedchen saß weinend im Garten” und drehten uns, bis wir schwindlig wurden. Natürlich wollten wir dabei nicht beobachtet oder gar gestört werden, deshalb fanden unsere Tanzstunden heimlich auf Machnigs oder Paulers Tenne oder in Maurers (unbenutztem) Sauställchen statt. Männliche Tanzpartner zu unseren Übungsstunden einzuladen wäre für uns fast  einer  Sünde gleichgekommen. Offenbar waren wir doch nicht vorsichtig genug, jemand musste uns beobachtet haben, denn immer öfter war von den “Saustallmentschan” die Rede. Mit dieser wenig schmeichelhaften Bezeichnung waren wohl wir   gemeint.Als wir uns schließlich sicher genug fühlten, wagten wir uns auf das öffentliche Tanzparkett. Als Ausgleich zu der schweren Arbeit, die wir auch als junge Mädchen schon verrichten mussten, waren uns alle Tanzgelegenheiten sehr willkommen.Damals wurde bei Tanzveranstaltungen noch kein Eintritt kassiert, denn die Musikanten wurden direkt von den Tänzern bezahlt. Jedes Musikstück wurde extra bestellt. Einladungen etwas zu essen oder zu trinken schlugen wir meistens aus, denn wir wollten keinen Tanz versäumen. Getanzt wurde aber nicht nur in den Gasthaussälen, sondern auch in den Bauernhäusern,   manchmal  zu  einem bestimmten Anlass, oft aber auch ganz spontan. Das waren die so genannten “Winkeltänze”, bei denen die  jungen Leute aus der Nachbarschaft zusammenkamen.  Manchmal sorgte der “Schuster Jule”  mit  seiner Ziehharmonika  für schwungvolle Musik, meistens aber reichte schon das “Fotzhobelspiel” vom Machnig Gaba und seinem Freund Kofler Franz aus, um uns einen fröhlichen Abend zu garantieren. Wir hatten es in unserer Jugend nicht leicht und waren in unseren Ansprüchen sehr bescheiden. Das Tanzen aber hat uns für vieles entschädigt.


erzählt von Pulcheria Eder sen.

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