Die FF Tresdorf führt seit ihrer Gründung im Jahr 1907 eine Chronik, in der sowohl die Tätigkeiten der Feuerwehr als auch die politische und gesellschaftliche Lage dokumentiert wird. Da es eine sehr zeitaufwändige und mühsame Arbeit ist (bis zum Jahr 1950 wurde die Chronik in Kurrent-schrift geschrieben - muss also "übersetzt" werden), wird es ein/zwei Jahre dauern, bis sie auf der hp komplett verfügbar ist.

 

Den Beginn machen wir mit der aktuellen Chronik aus dem Jahr 2014

Josef Zraunig vlg. Berger (Sonnberg) hat unsere Feuerwehrchronik von 1933 bis 1966 übersetzt. Der junggebliebene 93jährige Sepp hat uns die in Kurrentschrift geschriebene Chronik auf seiner 80 Jahre alten "Admiral - Schreibmaschine" in die für uns lesbare Form gebracht (gebeamt...). Somit ist sie für die Nachwelt einsehbar und verständlich.

 

Lieber Sepp, herzlichen Dank!

 

( v. li.  Vz. Bgm. Sepp Kerschbaumer vlg. Mar, Sepp u. Maria Zraunig vlg. Berger, Kdt. Hans Zwischenberger vlg. Stofer

Ein Beispiel seiner Arbeit

Es gibt leider Probleme mit der Konvertierung der gesamten Chronik - wir sind bemüht!

 

 

2016

 

Meine Chronik für´s Jahr 2016 ist zu einem guten Teil ein Wetterbericht. Der Sturm der letzten Stunden gibt meinen Aufzeichnungen noch etwas mehr Wahrhaftigkeit. Interessanter Weise gibt’s da Zusammenhänge, also zwischen dem was der Mensch (also wir) macht und wie die Natur reagiert. Das weltpolitische Chaos spiegelt sich in den Wetterkapriolen wider – von meiner sehr beschränkten Betrachtungsweise scheint es zumindest so zu sein.

 

Das neue Jahr 2016 begann mit einem kleinen Wunder – kein Sirenenalarm am 1. Jänner. Das wegen der extremen Trockenheit vom Landesfeuerwehrkommando ausgegebene Abbrenn-Verbot für Feuerwerkskörper aller Art zeigte bis auf einzelne Ausnahmen Wirkung.

 

Voriges Jahr hatte es am 10. Jänner 21 Grad Celsius plus in Obervellach – bei uns hatte es „nur“ wohltuende 17 Grad und heute, ein Jahr später hat es zur selben Zeit Minus 5 Grad zu Mittag.

 

Am Freitag den 5. Feber hatten wir zehn Zentimeter Schnee im Tal – es war der erste nennenswerte Niederschlag nach mehr als 3 ½ Monaten (von Mitte Oktober). 25 cm Neuschnee gab es dann am 17. Feber.

 

Ein Naturphänomen der besonderen Art erlebten wir Anfang April. Eine besondere Südströmung bescherte uns eine Woche Saharastaub. Wenn man bedenkt, dass die flächenmäßig größte Wüste der Welt über 3.000 Kilometer entfernt liegt, kommt man ins Staunen.

 

Ende April kam dann noch einmal der Winter zurück, wo viele Obstbäume bereits in vollster Blüte standen. Das Ergebnis war eine Ertragseinbuße von ca. 75 %.

 

Der Monat Mai gestaltete sich für den Graswuchs ideal – bereits Mitte Juni wurde geheut. „So viele Heuballen (ein Drittel mehr wie im langjährigen Durchschnitt) habe ich noch nie zusammengebracht, wie heuer“ sagte mir mein Cousin, der Gröflitzer Franz. Der Wasserhaushalt hat sich demnach wieder rasch normalisiert. Damit wird die These, dass sich die Jahreszeiten um einen Monat verschoben haben wieder ad absurdum geführt. Es war vielleicht immer so – nur die Zeiträume der Berechenbarkeit werden kürzer.

 

Ich habe einen Wochenkalender für die Chronik, wo ich mir Notizen mache über dies und jenes. Ich mache das nicht täglich, ich mache meine Einträge in diesen Kalender, wenn mich was berührt bzw. auffällt. Ich vergesse viel und manches fliesst dann doch wieder in die Tasten des PC`s und werden über den Drucker herausgewürgt. Das nur nebenbei bemerkt.

Das maximale, was ein kleines Dorf wie unseres stemmen kann (von der Freiwilligkeit), war heuer das 15jährige Jubiläum der Jungen Mölltaler am 11. und 12. Juni. Das Festgelände im Riaga-Feld mutierte wieder zum Mekka der Fans. Weit über 1000 freiwillige Arbeitsstunden erforderte die Abwicklung dieses Events, welcher wie vor fünf Jahren ein Erfolg wurde.

 

 

Vor 50 Jahren, 1966 im August gab es in Tresdorf ( darüber hinaus im ganzen Mölltal und in Osttirol) die letzte große Hochwasser-Katastrophe. Die Hirtler- und die Koflerbrücke wurden vom Klenitzbach zerstört, die Machnig-Säge und das Personalhaus vom Sägewerk Triebelnig fiel der Möll-Überschwemmung zum Opfer – nur als 'Erinnerung. Insgesamt forderte diese Naturkatastrophe im Tal mehrere Todesopfer. Heute schützt uns eine viele Millionen Euro teure Bach- und Lawinenverbauung – dabei kommt einem ein „Gott sei Dank“ fast automatisch über die Lippen.

 

Ein Höhepunkt im vergangenen Jahr 2016 war das 500 Jahr-Jubiläum unserer Ulrichs-Kirche. Nahezu das ganze Dorf war auf den Beinen, um mit Bischof Alois Schwarz dieses halbe Jahrtausend unserer Kirchgeschichte zu feiern. Den Abschluß der würdigen Feier bildete die Kindersegnung – und da hatte der Bischof alle Hände voll zu tun – es gibt nämlich sehr viele Kinder im Dorf.

 

Von Mitte August, also vom Tresdorfer Almkirchtag bis Mitte September erlebten wir einen herrlichen Spätsommer. Bis Anfang November gab es relativ normales Herbstwetter und dann am 5. November kam der Wintereinbruch – bei der Feldhütte schneite es einen halben Meter.

 

Nach einem Jahr Wahlkampf und einer für ungültig erklärten Stichwahl im April haben wir seit 4. Dezember einen neuen Bundespräsidenten. Alexander van der Bellen wird am 26. Jänner 2017 angelobt.

 

Dass der frühe Schnee nicht hält, wissen wir. Um den Kindern einen kleinen Winterspaß bieten zu können, scheuten eine Handvoll Sportvereins-Idealisten keine Mühen und installierten zum ersten Mal im Dorf eine Schneekanone und beschneiten das sogenannte Veidler-Ackerle zwischen Veitlorenz u. Sonner. Für die Kleinen ist der Schneestreifen eine tolle Spielwiese, die auch intensiv genutzt wird.

 

Der zweimalige Stromausfall am 28. Dez. führte uns wieder einmal drastisch vor Augen, wie abhängig wir von der elektrischen Energie sind. Eine dezentrale, also eine lokale Stromversorgung sollte eigentlich das Gebot der Stunde sein.

 

 

Zum Schluß noch einige Zeilen zur wenig erfreulichen weltpolitischen Lage, die mit der Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump, noch um ein prekäres Stück unwägbarer geworden ist. Die Terroranschläge des IS Islamischen Staates in Paris, Nizza u. Berlin schockieren, verunsichern, polarisieren und machen wütend. Chaos zu stiften, ist das Ziel der Terroristen. Bei allem Schrecken und aller Rat- und Hilflosigkeit empfehle ich das Buch „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ des französischen Journalisten Antoine Leiris, der bei einem Anschlag seine Frau, die Mutter ihres gemeinsamen, zweijährigen Kindes verloren hat.

 

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Stellvertretend für alle Kriegsgebiete dieser Welt einen Bericht zur momentanen Lage in Syrien, dessen schreckliche Ausmaße unsere Vorstellung übertreffen. Eine Bilanz der World Vision Mitarbeiterin Conny Lenneberg.

Statistiken sagen mehr als tausend Worte: In Syrien wurden bis zu 470.000 Menschen getötet (in etwa die Gesamtbevölkerung von Kärnten), 13,5 Millionen benötigen humanitäre Hilfe (Österreich hat knapp 9 Mio. Einwohner) 6,5 Millionen sind Binnenflüchtlinge, 4,8 Millionen haben das Land verlassen, mehr als eine Million Menschen haben in Europa um Asyl angesucht. Bisherige Kriegskosten? Schätzungsweise mehr als 450 Milliarden Dollar (die gesamte Wirtschaftsleistung Österreichs beträgt ca. 340 Milliarden Euro – Stand 2013)! Die Verluste der Kinder aber können nicht gemessen werden. Verlorene Mütter, Väter, Geschwister, Freunde. Zerstörte Häuser, Spielzeuge, Träume. Verlorene Bildung. Hinter diesen Statistiken stecken echte Menschen, echte Kinder, die echte Schmerzen erleiden.“

 

Mit diesen traurigen Zeilen will ich die Chronik 2016 nicht beenden. Wie ich vor zwei Jahren schon einmal erwähnt habe, sind wir im engen Mölltal und im kleinen, idyllischen Tresdorf keine Insel an deren hohen Klippen die Tsunamis des Weltenlaufs abprallen. Wir sind mittendrinn – nicht unmittelbar, aber zu spüren bekommen wir´s indirekt alle. Was machen wir und wie – was kann jeder einzelne machen, um unseren kleinen Kosmos menschlich, lebens und überlebenswert zu halten? Was ist wirklich wichtig – und was nicht? Das sind zentrale Fragen, die sich jeder einmal stellen sollte - vielleicht bei einer leichten Bergwanderung. Das gesellschaftliche Leben in unserem Dorf ist nach wie vor sehr rege, was die Voraussetzung für ein gestalterisches Miteinander ist. In Zeiten wie diesen und für die Zukunft werden wir diesen Zusammenhalt bitter notwendig haben.

 

Bleiben wir beseelt, „holt ma zsamm“ und sind wir offen für positive Veränderung und Entwicklung - trotz allem!

 

 

 

 

Werner Gradnig

6. Jänner 2017

 

 

 

 

2 0 1 5

 

 

Das heurige Jahr begann mit einem sehr gefährlichen Bergeeinsatz beim Pichlerhof, wo in der Nacht vom 9. Jänner ein junger Stiefelberger ca. 200 Meter über die Bergstraße abgekommen ist. Fahrer und Beifahrer wurden schwer verletzt und mussten aus dem steilen Gelände geborgen werden. Die Bergwiese war total vereist -ein großes Glück, daß der Einsatz für die Helfer unfallfrei verlief.

 

Einen Temperaturrekord erlebten wir am 10. Jänner: angenehme + 17 Grad zeigte das Thermometer in Tresdorf und frühlingshafte 21,5 Grad in Obervellach.

 

In den ersten fünf Wochen sind in der Gemeinde neun Menschen gestorben – davon vier aus Tresdorf ( ) und Mitte Feber verabschiedete sich der Pichler Sepp, ein allseits beliebter Zeitgenosse von dieser Welt.

 

 

Bei der Hypo-Alpen-Adria Bank sind sie Anfang März nach fünf Jahren der Prüfung draufgekommen, dass die Gesamtschulden nicht unvorstellbare 20 Milliarden Euro – sondern noch um einiges mehr beträgt. Unberuhigend vielen, sprich gierigen und unverantwortlich handelnden Experten ist dieses Desaster zu verdanken, bei denen auch sämtliche Kontrollmechanismen kläglich versagt haben - die Untersuchung ergab ein Multiorganversagen. Sowohl das Geld ist weg, als auch der Ruf von Kärnten ist mittlerweile ruiniert.

Mitte April ist unser langjähriger Kassier Josef Kerschbaumer vlg. Mar gestorben. Mit der Bereitstellung der Martenne hat er und seine Familie einen Impuls gesetzt, der rückblickend betrachtet, den finanziellen und gesellschaftlichen Eckstein für die Entwicklung des Dorfes bedeutet hat.

 

Am 13. Mai hatten wir den ersten Tag mit + 30 Grad im Schatten und am Vortag gab´s einen Brandeinsatz in der Staller Wölla. Zwei Hubschrauber flogen 30 Feuerwehrmänner samt Gerät auf die in 2000 Meter gelegene Hochalm und löschten das vom Schwenden außer Kontrolle geratene Feuer.

 

Bis Mitte Juni gab es schon mehr heiße Tage, wie im gesamten Sommer 2014. Da sich Hitze und Regen in einer Gleichmäßigkeit abwechselten, erblühten die Almen wie selten. Überhaupt fiel die Ernte um ein Drittel üppiger aus als im Jahr zuvor.

 

Nach dreijähriger Bauzeit wurden die Kanalarbeiten Ende Juni abgeschlossen. Wenn die Abrechnung abgeschlossen ist, werde ich die genauen Zahlen der ver- und gebauten Leistungen notieren.

 

Ende Juli verwüstete ein ungewöhnlich heftiger Hagelschlag mit Hühnerei-großen

Eisbällen die Region in und um Villach – Schadensumme ca. 200 Mill. Euro.

Der MöllMan, ein von Funktionären des SV Tresdorf entwickelter Mannschafttriathlon mit schwimmen, radfahren und laufen mit Start und Ziel am Mitterling mutierte zum sportlichen Sommerhighligth in der Gemeinde Rangersdorf. Mehr als 150 Teilnehmer und hunderte Zuschauer waren begeistert und voll des Lobes.

 

 

Anfang August erfolgte die offizielle Fertigstellung der 10 Mio. Euro teuren Lawinenverbauung unterhalb der Hohen Nase. Der Pfarrer, die Trachtenkapelle, einige Besucher aus der Umgebung und zehn/zwölf Tresdorfer wohnten der feierlichen Einweihung bei – also enttäuschend wenige für deren Schutz das Bauwerk errichtet wurde. Aber nächstes Jahr soll eine gebührende Feier stattfinden.

 

Veranstaltungsmäßig ist ja einiges los im Dorf. Eine kurze Aufzählung der letzten fünf Wochen: Weihnachtsbasar, Mini-Krampus-Lauf, Nikolaus Hausbesuche, Feuerwehrmesse mit der Einladung zum Mittagessen im Feuerwehrhaus und dem vorweihnachtlichen Fixpunkt, „treffen wir uns beim Christbaum“ unter Mitwirkung von 30 Kindern. Da jede Veranstaltung mit der Idee bzw. Einladung beginnt und bei Z wie Zusammenräumen endet, bedarf es vieler Idealisten. Solange es diese gibt, wird sich im Dorf auch weiterhin einiges tun. Vermieden sollte werden, dass gewisse Tätigkeiten oft von den selben Personen gemacht werden – das nämlich ermüdet.

 

Die letzten 10 Wochen gab es im Tal so gut wie keinen Niederschlag und den Schnee sucht man bis zu den Bergspitzen vergeblich. Sogar die Ältesten der Alten können sich nicht auf so eine trockene Wetterperiode erinnern - der Klimawandel läßt grüßen.

Es wäre ein kleines Wunder, wenn es heuer zu Silvester trotz Warnungen und Verboten für das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nicht zum ein oder anderen Brand kommt.

 

Und nun kurz zur weltpolitischen Lage, die uns so nah ist, wie die letzten 70 Jahre nicht mehr (der Krieg in Jugoslawien 1991 vielleicht ausgenommen). Wie auf ein geheimes Kommando setzte im August eine Völkerwanderungen aus den Kriegsgebieten Syriens, Afrikas und des Mittleren Ostens ein, der Politiker und Bevölkerung gleichsam überraschte und eklatant überforderte. Bis zu 10.000 Flüchtlinge täglich passierten ohne Registrierung die österreichische Grenze bei Nikolsdorf u. Spielberg in der Steiermark. Die meisten nutzten Österreich als Transitland nach Deutschland. Tausende freiwillige Helfer und gemeinnützige Organisationen verhinderten eine humanitäre Katastrophe. Deutschland hat heuer bereits über 1 Mio. Flüchtlinge aufgenommen – Österreich ein Zehntel. Zum Vergleich: in den vergangenen Jahren suchten davon nur ca. 10 % / jährlich um Asyl an. Da sich etliche EU-Staaten weigern auch nur annähernd so viele Flüchtlinge wie wir aufzunehmen, wird dieser Massenzuzug auch eine Bewährungsprobe für die Europäische Union. Diesbezüglich schrieb Florian Klenk von der Wiener Stadtzeitung Falter unter dem Titel „Offene Grenzen brauchen offene Worte“: „Wie viele Menschen lassen wir herein? Darf Österreich ein Wort mitreden, wer kommen kann und wie soll ein bereits überlasteter Arbeitsmarkt mit zehntausenden Neuankömmlingen verfahren? Zu den wirtschaftlichen Fragen gesellen sich kulturelle – wir erleben ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang.“

 

 

Ganz zum Schluß noch eine Bemerkung, die die alte, in Kurrentschrift verfasste Chronik betrifft, die heute kaum mehr wer lesen kann. Im Sinne einer lückenlosen Dokumentation ist es unumgänglich, diese zu übersetzen. Eine professionelle Übersetzerin hätten wir, aber das kostet natürlich nicht so wenig. Je nach Zeichenanzahl käme die Übersetzung auf 2 bis 3 Tausend Euro.

 

Werner Gradnig

Tresdorf, 27. Dez. 2015

 

 

 

 

2014

 

Die heurige Chronik beginne ich mit zwei Nachträgen.

 

Der Nachtrag für 2010 erscheint mir deshalb so wichtig, zumal ein derartiges Gewaltverbrechen in unserer unmittelbaren Nähe noch nicht vorgekommen ist: Am 30. März 2010 hat Golger Rudl seine Mutter Herta mit einem Küchenmesser ermordet und wurde noch am Tatort festgenommen. Der Täter verstarb einige Monate später in der psychiatrischen Abteilung des LKH Klagenfurt.

 

 

Ein weiterer tragischer Eintrag aus dem Jahr 2012 darf in unserer Chronik nicht fehlen: Am Marterlesonntag, den 9. Sept. 2012 stürzte Harald Lackner vlg. Walker im 39. Lebensjahr bei der Schafsuche unterhalb der Hohen Nase tötlich ab. Er hinterläßt seine Frau Carmen mit drei Kindern.

 

Für Nachträge werde ich zukünftig ein/zwei Seiten pro Jahr Raum lassen, die bei Bedarf gefüllt werden können - so auch heute bei der 108. Vollversammlung. Wenn mir ein wichtiger Fakt entgangen ist, oder wenn jemand etwas weiß, was ich nicht wissen kann, das aber interessant und für die Nachwelt aufzeichnungswürdig ist, so besteht die Möglichkeit, die Chronik nachträglich zu ergänzen.

 

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Da wir seit 12 Jahren mit der Internet-Adresse tresdorf.at eine homepage betreiben, ist das Dorfgeschehen meistens „on time“, wenn nicht immer täglich, dann doch wöchentlich aktuell. Die Feuerwehrseite zeichnet sich durch umfangreiche Information und Aktualität aus, die keinen Vergleich zu scheuen braucht. Sepp Zwischenberger vlg. Stofer ist da mit großem Elan und Begeisterung am Werk. Er dokumentiert alle Feuerwehr-Tätigkeiten in Wort und Bild – und ist damit der eigentliche Chronist. Welche Bedeutung unser Internetauftritt hat, unterstreicht die Tatsache, daß die Österreichische Nationalbibliothek alle homepages mit at-Endung regelmäßig speichert und in ihr riesiges Archiv aufnimmt! Einige statistischen Zahlen zu unserer hp: Wir hatten heuer über 120.000 Seitenaufrufe, von denen an die 10 % auf die Feuerwehrseiten fielen. Interessant sind auch die Zugriffe aus dem Ausland: 1600 aus Deutschland, 118 USA, Tajikistan 5, Peru 2, Trinidad & Tobago 1.

 

Da ich bereits Dokumentiertes nicht ausführlich wiederholen will, werde ich den Jahresrückblick in geraffter Form widergeben.

 

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2014 war für die Feuerwehr glücklicher Weise ein ruhiges Jahr, welches sich auf drei Ausrückungen zu Auto- u. Forstunfällen beschränkte.

 

 

In der ersten Jännerwoche präsentierten Helmut Kerschbaumer, Franz Grader vlg. Plaschnig und ich den neu-digitalisierten und mit einmaligen Tondokumenten ergänzten Tresdorf-Film im MIKADO. An die 50 Besucher tauchten begeistert in die dörfliche Welt und ihren Menschen vor 33 Jahren ein. Die Hauptarbeit an dieser Neuauflage geht auf das Konto von Helmut und Gery Holzeis, der auch für das Cover verantwortlich zeichnet. Bisher (Stand Dez. 2014) wurden 30 DVD´s zum Stückpreis von 25 Euro verkauft. Die DVD mit ihrem schön gestalteten Cover bietet sich als besonderes Geschenk für Personen mit Tresdorf-Bezug an. Im Hinblick, daß kaum mehr Videorecorder in Betrieb sind, eine überlegenswerte Sache – auch wenn man´s sich selbst nicht mehr ansieht.

 

 

Bei der 33. Jahreshauptversammlung des SV Tresdorf Mitte Jänner wurde Sepp Zwischenberger vlg. Stofer als Obmann gewählt. Nach drei turbulenten, aber durchaus erfolgreichen Jahren trat Hilde Wadlegger nicht mehr zur Wahl an. Auch einige Sektionen und Funktionen wurden neu bestellt. Die Weiterentwicklung des Sportvereines ist bemerkenswert und beschränkt sich inzwischen nicht nur auf das Dorf, sondern ist mit dem MöllLauf, dem Marterle-Tourenlauf und der Teilnahme an diversen Meisterschaften und Turnieren überregional tätig. Der Verein ist aus Tresdorf nicht mehr wegzudenken – wer hätte das vor 33 Jahren gedacht?!

 

Der Feuerwehr-Maskenball am 25. Jänner war wieder Anziehungspunkt für viele Besucher aus Nah- und Fern. Diesmal trübten die große Gaudi von unbekannten Psychos eingesetzte KO – Tropfen, die ihrem Namen gerecht und bei zwei Betroffenen im Krankenhaus nachgewiesen wurden. Polizeiliche Ermittlungen führten leider zu keinem Erfolg.

 

Ende Jänner, Anfang Feber kam der große Schnee. Nahezu 1 ½ Meter Neuschnee führten zu etlichen Behinderungen und die Feuerwehr wurde gebeten, einige Dächer bzw. carports von der Schneelast zu befreien. Aufgrund des Schneedrucks kam es zwar zu kleineren Schäden, besonders bei auf dem Dach montierten Solaranlagen. Aber auch die am 23. Feber abgegangene Naßschneelawine über die Walker- bzw. Hirtlerleitn verursachte zum Glück nur Flurschäden.

 

Zwei Tage nach Frühlingsbeginn am 23. März beglückte uns Frau Holle noch einmal mit 25 cm Neuschnee, aber das war´s dann.

 

Anfang April begann wieder der Kanalbau und es war aufgrund des späten Baubeginns zu diesem Zeitpunkt schon klar, daß an eine Fertigstellung im heurigen Jahr nicht zu denken ist.

 

Ende April wurde das vom Sportverein initierte Projekt „Kinderspielplatz“ beim Kofler, am ehemaligen Standort der Viehwaage, in Angriff genommen.

 

 

Der Ulrichsonntag am 6. Juli stand heuer, neben der obligatorischen Prozession, ganz im Zeichen der 50jährigen Zugehörigkeit zur Gemeinde Rangersdorf. Bei der Volksbefragung im Herbst 1963 sprachen sich ¾ der Tresdorfer für eine Eingemeindung nach Rangersdorf und somit für einen Austritt aus der Gemeinde Stall aus. Die Bürgermeister beider Gemeinden, Peter Ebner aus Stall und Franz Zlöbl aus Rangersdorf , wohnten den Feierlichkeiten bei. Die Trachtenkapellen beider Gemeinden, sowie der MGV Rangsburg umrahmten diesen wunderschönen Sommertag musikalisch.

 

Von der Cold water challenge, der youtube-Epedemie aus dem Internet, wurde auch die FF Tresdorf Anfang August infisziert. Lustig war´s, naß war´s und zum Schluß gab´s einen Swimmingpool weniger im Dorf und zwar den beim Striednig. Drei Wochen später untersagte das Landesfeuerwehrkommando die Teilnahme bzw. Veranstaltung derartiger Bewerbe. Auch der SV Tresdorf, Stofpower & Mar und die Nachbarschaft fabrizierten derartige Videoclips.

 

Der Almkirchtag auf der Feldhütte mußte heuer wetterbedingt abgesagt werden. Das Sommerwetter war zwar relativ stabil; es hat grob geschätzt jeden zweiten Tag geregnet – ab und zu zwei Mal am Tag. Die statistische Durchschnitts-Niederschlagsmenge beträgt bei uns ca. 1200 Liter (auf einen Quadratmeter) pro Jahr; heuer dürften es über 2.000 Liter sein.

 

Ende August fand die Eröffnung des Kinderspielplatzes statt. Tresdorf ist seitdem um einen bunten Akzent reicher. Klein, ein bißchen größer wäre kein Fehler gewesen, aber fein ist der Platz, an dem sich die Kinder sichtlich wohlfühlen. Eine nette Randnotiz: Noch nie gab es so viele junge Väter und Großväter im Dorf, die stolz einen Kinderwagen pilotieren.


Seit Mitte Dezember sind alle Häuser an das Kanalnetz angeschlossen (den ersten Internetanschluß am mitverlegten Lichtwellenleiter tätigten Birgit Wallner und Stefan im November). Das gesamte, über 4 Mio. Euro teure Projekt soll bis Ende Juni nächsten Jahres abgeschlossen sein. Bis dahin sind noch etliche Mauern zu errichten, diverse Nachbesserungen zu machen und die Asphaltierung muß bis dahin ebenfalls fertiggestellt werden.

 

Nächstes Jahr werden somit zwei Jahrhundertprojekte finalisiert. Mit der Wildbach- und Lawinenverbauung wurden dann in den letzten 10 Jahren ca. 14 Mio. Euro investiert, eine für unser kleines Dorf gewaltige Summe! Das Dorfbild hat sich im Zuge der großflächigen Arbeiten z. T. stark verändert, sicher nicht immer zum Vorteil. War die Durchzugsstraße vorher zu schmal, hat sie jetzt teilweise eine unproportinale Breite, die neue Gefahren provoziert (schnell fahren, was für Kinder sowie Fußgänger ein Problem werden könnte). Die vielen, zum Teil hohen Mauern sind eine Geschmacksfrage. Auch gibt es viele Trockensteinmauern nicht mehr, welche die ältesten Überreste der ersten Besiedelung darstellen – viel älter als die Kirche, möglicher Weise über 1000 Jahre alt. Gewisse Strukturbereinigungen waren sicher notwendig, aber zukünftige Pläne, die naturgeschützten Mauern weiter zu eliminieren, sollten im Sinne des Dorfbildes gut überdacht werden. „Stirbt die Geschichte eines Ortes, so stirbt auch dessen Seele“ sagte ein mir namentlich nicht mehr bekannter Architekt. Jedenfalls ist das Dorf nächstes Jahr dann generalsaniert und ein Dorffest im Jahr 2016 gehört konkret angedacht.

 

 

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Weil es so Brauch ist, ein kurzer Querschnitt zur Weltpolitik

(aus meiner Sicht)

 

 

Der arabische Frühling war rückblickend leider nur ein kurzes Mailüfterl. Besonders im 18 Mio. Einwohner zählenden Syrien tobt seit zwei Jahren ein Bürgerkrieg, der sich mittlerweile zu einer regelrechten Schlacht unterschiedlichster Gruppen (Experten sprechen von ca. 200) entwickelt hat. Auslöser dieses Schreckens ist Machthaber Assad der sich aufgrund von Bündnissen noch immer an der Spitze hält. Assad ist Oxford-Absolvent - soweit zum Thema Bildung, wenn kein Demokratie- und Menschlichkeitsverständnis vermittelt wird. Hundertausende Tote, Millionen Obdachlose und Millionen Flüchtlinge sind das bisher traurige Resultat – und ein Ende ist weit und breit nicht in Sicht.

 

In der benachbarten Türkei ist unter Erdogan die Demokratie-Leiter gekippt und die Reformen in die von den Bürgern „frei gewählte Diktatur“ ist bereitet.

 

Rußland besetzt die zur Ukraine gehörende unabhängige Republik Krim und den Osten des Landes. Vielleicht wäre es vom Westen bzw. von der NATO gescheiter gewesen, die Ukraine als Pufferzone und nicht als Außengrenze zu forcieren. Krachen tuts auf der Welt - wie schon viele Jahre nicht mehr.

 

Das Gefühl, sich hier im Mölltal von den Unbillen der Weltpolitik in Sicherheit wiegen zu können, ist trügerisch. Durch die wirtschaftlichen Verflechtungen trifft es jeden. Außerdem kann es uns nicht gleichgültig sein, wenn jährlich tausende im Mittelmeer auf dem Weg ins gelobte Europa ertrinken, oder zehntausende Flüchtlinge im Winter an unseren Grenzen erfrieren – sind wir die meisten doch christlich getauft. Im Eigentlichen kommt es nicht unbedingt darauf an, was man gut meint, sondern, was man Gutes tut.

 

Das Paradoxe am Weltgeschehen ist die steigende Kriegsgefahr und der momentan stark fallende Ölpreis.

 

 

 

Seit 1. November ist Jean Claude Juncker für die nächsten sechs Jahre der neue Präsident der Europäischen Union und der Österreicher Johannes Hahn ist Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen. Meiner Meinung ist die Europäische Gemeinschaft von nunmehr 28 Ländern das größte Friedensprojekt der Menschheitsgeschichte. Wenn diese Gemeinschaft bei aller berechtigter Kritik den Frieden in Europa bewahrt, dann hat sie ihre Berechtigung. Wer daran Zweifel hat, dem empfehle ich einen einwöchigen Schnupperkurs in der syrischen Hauptstadt Damaskus – ist nur 2 ½ Flugstunden entfernt. Ein Krieg hat noch nie etwas verbessert! Die Geschichte zeigt es – Krieg hat immer alles verschlimmert!

 

Jeder sollte sich bewußt werden(sein), wenn er wieder einmal über die österreichische Politik, die EU oder die ausbeuterischen Unternehmer teufelt, daß wir trotz allem, ein sehr hohes Wohlstands-Niveau erreicht haben. Der Ausbau der Infrastruktur wird forciert, das Sozialsystem ist eines der besten auf der Welt und die Arbeitslosenrate liegt unter dem europäischen Durchschnitt. Sehr vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Besseren gewendet – vieles ist noch zu machen. Österreich ist unter den zwölf reichsten Ländern dieser Erde. Kritik ist gut, aber alles schlecht machen und zu Tode jammern geht an der Wirklichkeit vorbei, ist kontraproduktiv und dumm.

 

 

Was die Zukunft bringen wird, ist ungewiß. Unabhängig von den nun kälteren Außentemperaturen schadet es zukünftig nicht, sich wärmer anzuziehen und näher zusammenzurücken – menschlich und wirtschaftlich.

 

Tresdorf im Dez. 2014

                                     Werner Gradnig

 

2014
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