Die FF Tresdorf führt seit ihrer Gründung im Jahr 1907 eine Chronik, in der sowohl die Tätigkeiten der Feuerwehr als auch die politische und gesellschaftliche Lage dokumentiert wird. Da es eine sehr zeitaufwändige und mühsame Arbeit ist (bis zum Jahr 1950 wurde die Chronik in Kurrent-schrift geschrieben - muss also "übersetzt" werden), wird es ein/zwei Jahre dauern, bis sie auf der hp komplett verfügbar ist.

 

Josef Zraunig vlg. Berger (Sonnberg) hat unsere Feuerwehrchronik von 1933 bis 1966 übersetzt. Der junggebliebene 93jährige Sepp hat uns die in Kurrentschrift geschriebene Chronik auf seiner 80 Jahre alten "Admiral - Schreibmaschine" in die für uns lesbare Form gebracht (gebeamt...). Somit ist sie für die Nachwelt einsehbar und verständlich.

 

Lieber Sepp, herzlichen Dank!

 

( v. li.  Vz. Bgm. Sepp Kerschbaumer vlg. Mar, Sepp u. Maria Zraunig vlg. Berger, Kdt. Hans Zwischenberger vlg. Stofer

Ein Beispiel seiner Arbeit

 

Chronik 2021

 

 

Das beherrschende Thema des vergangenen Jahres war die Corona-Pandemie bzw. der Versuch deren Bekämpfung, was uns über viele Wochen und Monate ziemlich verunsichert hat und dies bis heute tut.

 

Der Zick-Zack-Kurs unserer Regierung ließ in der Bevölkerung die Wogen hoch gehen und Impfbefürworter und Impfgegner lieferten sich in den diversen digitalen Medien einen kompromisslosen Schlagabtausch der an die dunklen Zeiten des Nationalsozialismus erinnerte. Laut den Virologen ist nur eines sicher: das Virus überlebt die Pandemie!

 

Nun zur Chronologie des vergangenen Jahres, welche mit einer metrologischen Meldung beginnt. Frau Holle bescherte uns am 4. Jänner noch einmal einen halben Meter Neuschnee – dieser war aufgrund der tiefen Temperaturen (-15°)pulvrig, aber immerhin. Die Schneehöhe beträgt 1,20 Meter und auf den Dächern lastet ein Gewicht von ca. 320 kg/m². Laut den Wetterexperten erreichte der Niederschlag im Dezember den 5fachen Mittelwert und wenn es zwischenzeitlich nicht geregnet hätte, würden wir wohl im Schnee ersticken.

 

Der 2. Lockdown geht voraussichtlich bis 24. Jänner – Verlängerung nicht ausgeschlossen.

 

Am 6. Jänner wird in Washington der Kongress von einer Hundertschaft militanter „Querdenker“ gestürmt. 6 Tote waren die Folge – ein noch nie dagewesener Anschlag auf die Demokratie und das in Amerika. Indirekt angefacht hat das ganze Ex Präsident Donald Trump, der sich seine Wahlniederlage gegen Joe Biden nicht eingestehen wollte und sich in seiner Eitelkeit tief verletzt gefühlt hat.

 

Am 28. Jänner verstarb Josef Eder (Hirtler Sepp) im 97. Lebensjahr. Der Sepp war ein sehr geselliger Mensch, der dem Vereinsleben immer sehr verbunden gewesen ist.

 

Aufgrund des neuerlichen Schneefalls in der zweiten Feberwoche wurden die Hausdächer im Dorf reihenweise von der Schneelast befreit. Ist schon sehr lange her (vermutlich 1951), wo es bei uns solche Schneemassen gegeben hat. Eine Kuriosität am Rande: Schnee wurde von Tresdorf nach Lainach-Jenseits gekarrt und dort in die Möll gekippt. Ein Bagger und 2 LKW waren 1½ Tage im Einsatz bis das Bauhof-Suntinger-Areal wieder vom Schnee befreit war. Nach dem Wettertief bescherte uns ein stabiles Hoch bis in die zweite Märzwoche Tagestemperaturen von + 12º.

 

Die Covid-Pandemie zieht sich nun fast ein Jahr und ein Ende ist nicht abzusehen – Anfang März sind die ersten 200.000 ÖsterreicherInnen geimpft und das freiwillig. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm, sodass die Regierung für Betriebe ein finanzielles Notfallpaket geschnürt hat. Trotzdem ist es, wie z. B. für Tourismusbetriebe ein Hohn, bei diesem Bilderbuchwinter nur auf 10 % der Gäste blicken zu können.

 

Am 28. März wurde Sepp Kerschbaumer vlg. Mar (ÖVP – die neue Volkspartei) mit 57 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Rangersdorf gewählt. Nach Franz Golger vlg. Krassnig ist er in den 58 Jahren unserer Gemeindemitgliedschaft der zweite Bürgermeister aus Tresdorf.

 

Wer hätte voriges Jahr gedacht, dass wir die heurigen Ostern im 3. Lockdown, also Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr, Einschränkungen nahezu aller Lebensbereiche, befinden.

 

In den Hintergrund getreten ist der nun 10 Jahre dauernde Bürgerkrieg in Syrien, wo bereits 7 Mio. Menschen das Land verlassen haben.

 

„Mir ist die Kraft ausgegangen“, sagte Gesundheitsminister Rudi Anschober am 13. April nach 14 monatiger Amtszeit und übergab den härtesten Job in der Republik an Wolfgang Mückstein.

 

 

Am 24. April wurde unser Kommandant Hans Zwischenberger vlg. Stofer für weitere 6 Jahr wiedergewählt. Sein Einsatz und die jahrelange Nachwuchsarbeit sind gar nicht hoch genug zu schätzen.

 

Am 15. Mai endet die Ausgangssperre. Wobei, das müssen wir ehrlicher Weise bekennen, war diese bei uns am Land bei weitem nicht so einschränkend wie in den Städten. Auf den Punkt gebracht kann man sagen: In den Garagen und Werkstätten wurde nicht nur geschraubt und repariert, sondern wurden auch die Sozialkontakte gepflegt.

 

Mai – langsame Rückkehr zur Normalität – die drei G´s (genesen, geimpft, getestet) werden zur Eintrittskarte diverser Tätigkeiten.

 

War der Mai einer der kältesten Monate der letzten Jahrzehnte, so bescherte uns im Juni eine fast dreiwöchige Hitzewelle Temperaturen von über 30 Grad.

 

Auch heuer wurde anstelle der Ulrichsprozession eine Feldmesse mit außergewöhnlich vielen Teilnehmern im Striednigfeld unterhalb der Kirche abgehalten. Aufgrund der unsicheren Wetterlage erfolgte der gemütliche Teil im Feuerwehrhaus.

 

Auf Einladung der Theater- und Projektgruppe Tresdorf gastierte der Porcia Theaterwagen erstmals in unserer Gemeinde. Für die Aufführung stellte die IG Wirt den Heuboden (Pial) zur Verfügung, der den ca. 100 Besuchern ein besonderes Theatererlebnis in eindrucksvoller Kulisse bescherte. Es war dies auch die erste Veranstaltung im Kulturstadl.

 

Der Almkirchtag Ende August wandelte sich nach der Andacht mit Anni Sepperer vlg. Wölfl zu einem ausgelassenen, lustigen Polter-Frühschoppen. Die Nacht hat Kofler Christian mit seinen Freunden auf der Almhütte gepoltert und was gibt’s schöneres zur Brandbekämpfung, als ein „Aufgewärmter“. Die Infektionsfälle nach seiner großen Hochzeit sind eine andere Geschichte.

 

Eine spektakuläre Gemeindeübung fand am 16. Oktober statt. Zum Übungszweck wurde im Bachbett unweit der Striednig-Kapelle ein Audi A6 verfeuert (natürlich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen). Eine Frage jedoch bleibt offen: hätte der Herrgott daneben vielleicht nicht doch noch gern eine Spritzfahrt mit dem Auto unternommen?

 

Die letzten zwei Wochen bescherte uns der Wettergott wunderschöne Herbsttage – einen Altweibersommer wie im Bilderbuch.

 

„Das Tal der Impfverweigerer“ betitelten etliche reichweitenstarke Zeitungen die geringe Impfbereitschaft der Eingeborenen im Mölltal. Diese Schlagzeilen erhöhte die Zahl der Impfwilligen jedenfalls auch nicht.

 

Anfang November schwappt die vierte Coronawelle übers Land (wann war eigentlich die dritte?). Die Begleiterscheinungen der Pandemie sind u.a. die nicht mehr funktionierende Lieferketten, speziell aus China, das als Werkbank der halben Welt bezeichnet wird. Die logische Folgerungen sind Preissteigerungen auf allen Ebenen. Unserem neuen Gesundheitsminister sieht man sein schweres Amt schon an. Würde mich nicht wundern, wenn Mückstein ebenfalls bald die Fliege macht.

 

2 Dez. Mitten im xten Lockdown kracht es wieder und auch noch in der Regierung. Da ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet wurde, legt unser jüngster Ex-Bundeskanzler Kurz (ÖVP) ab sofort alle politischen Ämter zurück – Karl Nehammer übernimmt. Ein Vergleich zu unseren deutschen Nachbarn ist aufschlußreich: In den letzten 16 Jahren regierte dort Angela Merkel, wohingegen sich in diesem Zeitraum bei uns 11 (elf) Bundeskanzler incl. einer -in) die Türschnalle zum Kanzleramt reichten.

 

Mitte Dezember erreichte uns die Virusmutante Omikron. Ein geschätzter Zeitungsherausgeber bemerkte lapidar und dem ich nichts hinzuzufügen habe „dann ist die Opikron-Variante auch nicht mehr weit“.

 

Zum Schluß noch ein kurzer Themenwechsel zu den sogenannten „Fake news“, also den Falschmeldungen in den digitalen Medien. Hat mir nicht ein erfolgreicher Mölltaler Unternehmer allen Ernstes weismachen wollen, dass die Erde flach ist. Nach vergeblichen Gegenargumenten bemerkte ich spaßhalber, dass mit meinen Augen was nicht stimmt und die Erde keine Kugel, sondern eine rotierende Pizzaecke ist. „Nein“ hat er gesagt, „nicht dreieckig, sondern wie eine runde Pizza ist die Welt, so ähnlich wie eine Quattro Stagione“! Seitdem schaue ich beim Pizza-Essen genauer hin.

 

Mit dieser Betrachtung schließe ich das Jahr 2021. Sind schwierige Zeiten, die wir durchleben. In diesem Sinne wünsche ich uns allen nicht nur körperliche, sondern auch geistige Gesundheit.

 

Werner Gradnig

 

31. Dez. 2021

 

 

 

 

FF-Chronik annodazumal

 

übersetzt von Josef Zraunig vlg. Berger / Sonnberg

 

 

 

 

1944

 

 

Mit unverminderter Härte tobt die Abwehrschlacht im Osten und Westen des Reiches. Viele unserer Kameraden stehen an den Fronten um mitzuhelfen, das Reich und unsere engere Heimat unter ständigem Einsatz ihres Lebens zu verteidigen. Trotzdem wird die Wehr, soweit es in unseren Kräften steht in Ordnung gehalten, um in Notfällen noch jederzeit schlagkräftig eingreifen zu können. Am 4. Oktober vormittags um halb 11 Uhr ertönte das Heulen der Staller Feuerwehrsirene. Es gelang uns nach sofortiger Weitergabe des Alarms in kürzester Frist mit der Motorspritze, welche wir auf den Traktor vom vlg. Striednig aufluden, den Brandplatz zu erreichen und vereint mit der Staller Wehr bei der Brandbekämpfung mitzuwirken. Gemeinsam gelang es uns den Wohnhausbrand vom Scheiger vlg. Walzl nieder zu kämpfen und ein Weitergreifen der Flammen an das Futterhaus sowie den nahe gelegenen Nachbargebäude zu verhindern.

 

Wir stehen nun an der Schwelle des Jahres 1945 und hoffen, dass uns dieses Jahr den langersehnten Frieden bringen möge, sowie ein frohes und gesundes Wiedersehen mit allen unseren Kameraden, damit wir uns dann wieder alle vereint in den Reihen der Wehr dem edlen Ziele der Beschützung von Hab und Gut unserer Nächsten zu widmen.

 

 

 

1945

 

 

Das an Ereignissen so reiche Jahr 1945 ist nun zu Ende. Bevor hier die Einzelheiten des vergangenen Jahres geschildert werden wenden wir unsere Gedanken zurück an dessen Anfang, in welchen uns schon gleich im Jänner einer unserer besten Kameraden der Kriegsführung zum Opfer fiel. Es ist dies Martischnig Peter (Paulersohn), der sein junges, 25jähriges Leben am 30. Jänner bei schweren Kämpfen an der Westfront lassen musste. Er gehörte unserer Wehr seit 1. Jänner 1937 an und wurde als treuer, hilfsbereiter Kamerad von allen geschätzt und geachtet. Möge ihm die fremde Erde leicht sein. Somit sei ihm hier mit diesen paar warmen Worten ein dauerndes Erinnern und Gedenken in unserer Wehrchronik gegeben. Am 6. Februar fand die Beerdigung des Rangersdorfer Feuerwehrkameraden Leitner Chrisant statt, zu welcher auf Einladung des Rangersdorfer Wehrkommandos ein großer Teil unserer noch hier weilenden Kameraden ausrückten und den-selben zur letzten Ruhe begleiteten. Zu bemerken sei hierzu noch dass Althauptmann, Gründungs- und Ehrenmitglied Josef Thaler vlg. Mochnig in Erkennung des so schwachen Mannschaftsstandes unserer Wehr in unseren Reihen stand, um damit die großen Lücken, welche durch diesen Krieg entstanden sind etwas aufzufüllen.

 

Die Beerdigung des Rangersdorfer Wehrkameraden Lederer Lenz erfolgte am 7. März, wobei wiederum ein großer Teil unserer Wehrkameraden an seinem Begräbnis teilnahmen. Am 25. März wurde laut Anordnung des Bezirks-Feuerwehrführers die erste Ausbildung der Feuerwehr-Helferinnen durchgeführt bei welcher Wehrführer Kerschbaumer schon nach der ersten Übung seine Anerkennung für ihre willige Teilnahme und zugleich für ihr tatkräftiges Bemühen bei der Geräteübung zum Ausdruck brachte. Zu Feuerwehr-Helferinnen wurden seitens der Wehrführung und der Gemeinde folgende Frauen herangezogen:

 

Katharina Steiner beim Kofler, Karolina Steiner beim Jahn, Pichler Maria beim unteren Rumpler, Grader Anna beim Gröflitzer, Thaler Anna beim Machnig, Suntinger Ida beim Sonner, Feistritzer Olga beim Wenner, Kunselitz Pepi beim Moar, Perchtold Maria beim Plaschnig, Schachner Maria beim Kastner.

 

Bei der Jahresvollversammlung am 2. April, bei welcher auch die Feuerwehr-Helferinnen anwesend waren, gedachte Wehrführer Kerschbaumer zuerst in warmen Worten der gefallenen Kameraden, worauf sich alle von den Sitzen erhoben.

 

 

 

Chronik 2020

 

 

 

Gleich vorweg das Positive des verblichenen Jahres – im Dorf ist keiner gestorben und einen Großbrand hat es in der näheren Umgebung auch nicht gegeben.

 

 

Nun aber geht’s chronologisch weiter. Bereits am Sonntag den 5. Jänner fegte ein schwerer Sturm in den frühen Morgenstunden übers Dorf hinweg und die Bäume die der Naßschnee Mitte November nicht ganz umgeworfen hat, fielen jetzt um. Der Schaden ist enorm – über 1000 Bäume lagen kreuz und quer über dem schattseitigen Almweg. Was auffällt und bedenklich stimmt ist der Umstand, dass uns die Wetterkapriolen seit unserem Dorffest 2017 im Jahrestakt zu schaffen machen.

 

 

Im Laufe der nächsten Wochen verbreitete sich dann schleichend, von China ausgehend ein Virus, der einen weltweiten Gesundheitsnotstand bzw. eine Pandemie auslöste. Der Wintersportort Ischgl im Tiroler Paznauntal spielte dabei eine unrühmliche Rolle, die vor allem in Europa für große Aufregung sorgte. Am 4. März wurde der erste Coronafall in Kärnten bekannt und ab Montag den 15. März wurde in Österreich der erste Lockdown (Ausgangssperre) verhängt. Das bedeutete, dass bis auf alle lebenswichtigen Geschäfte (dazu gehörten auch die Waffengeschäften(sic)), Apotheken und Autowerkstätten alles was sonst das öffentliche Leben ausmacht geschlossen bleiben musste und ein Ausgangsverbot von 20 bis 6 Uhr unterstrich die Härte der Maßnahmen. Die größte weltweite Krise seit dem Ende des 2. Weltkriegs war damit eingeleitet. Ungewohnt, eigentlich unheimlich ruhig wurde es auf den Straßen und am Himmel, denn auch Flieger flogen keine mehr. Die Krankenhäuser füllten sich und geplante Operationen fanden nicht mehr statt, weil die Intensivstationen für Coronapatienten reserviert waren. Kurz ausgedrückt gab es in Österreich, aber auch global keinen Plan und nur schwammige Strategien, wie man diese Seuche unter Kontrolle bringt.

 

Da auch Schulen, Ämter und Büros von der Schließung betroffen waren, schlug die Stunde der Videokonferenzen bzw. der Internetplattformen, welche diese Möglichkeiten anboten. Zum Thema „Kreuzzieher“ konferierten wir Ende März erstmals via Video, wobei eine symbolische Schmalversion ohne Zuschauer ins Auge gefasst wurde. Anfang April wurden die Maßnahmen wieder etwas gelockert – die Begriffe: Mund- Nasenschutz, Abstand halten und Hände waschen blieben Gesetz.

 

 

Am Palmsonntag befand sich dann zur Überraschung aller, ein kleiner Palmbesen auf der Tür, von emsigen Frauen gefertigt und angeblich auch „gwiechen“.

 

 

Um ein wirtschaftliches Desaster zu verhindern schnürte die Regierung ein Hilfspaket von 38 Mrd. Euro. Ende April gab es 570.000 Arbeitslose im Land und 1,2 Mio. Menschen befanden sich in Kurzarbeit.

 

 

Am 4. Mai wurde der Lockdown aufgehoben, in Kärnten gab es nur noch einen Infizierten und das Reisen in Europa war wieder möglich.

 

 

Der Ulrichsonntag am 5. Juli wurde mit einer Feldmesse erstmals vor der Kirche gefeiert. Prozession gab es keine, aber bei schönstem Sommerwetter kam auf dem SV-Platz ein klein wenig Feierlaune auf.

 

Der sportliche Höhepunkt des vergangenen Jahres war zweifellos der 2. MöllMan vom Sportverein mit Start und Ziel am Mitterling. 42 Mannschaft kämpften sich durchs Gelände – Hunderte Zuschauer ließ vergessen, dass es einen heimtückischen Virus gibt.

 

Der Sommer ging vorbei, ohne Almkirchtag und auch das Vereinslokal MIKADO setzte auf Sicherheit. Rückblickend war es die einschläfernde Ruhe vor dem nächsten Sturm.

 

Am Marterlesonntag, den 13. September gab es schon wieder einen tödlichen Bergunfall. Walter Kühr (Leitner), seines Zeichens langjähriger Grabmacher talauf und -ab, stürzte 70 jährig unterhalb der Hohen Nase 200 Meter in die Tiefe. Nach Franz Obersteiner, Harald Lackner (Walker) ist das nun der dritte Tote innerhalb acht Jahren - unsere Nordkette wird zur Mordkette.

 

 

Der Tresdorfer Kirchtag wurde in diesem ersten Coronajahr in Rangersdorf begangen – vermutlich das erste Mal, seit es die Ulrichkirche im Dorf gibt.

 

 

Am 3. November startete der 2. Lockdown light um dann am 17. November in einen harten Lockdown zu mutieren. Die Infektionszahlen waren regelrecht nach oben geschnellt und die Intensivbetten wurden knapp. Ein Erfolg versprechender in Deutschland entwickelter Impfstoff sollte ab Ende Jänner 2021 eine langsame Entschärfung der Situation bringen. Aber insgesamt herrscht große Unsicherheit bei der Bevölkerung und auch die Experten sind uneins. Die Wogen zwischen Corona-Leugnern und Impfbefürwortern gehen hoch, die Verschwörungstheorien blühen und die ersten Diskussionen ob der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen beherrschen die Berichterstattung.

 

 

Nach 4 Tagen Schneefall und Regen hatten wir am 9. Dez. über einen Meter Naßschnee – zum Glück hielten sich die Schäden in Grenzen. Mit erneut starkem Schneefall Ende Dezember ging das Jahr zu Ende. Es war ein Jahr der gesellschaftlichen Einschränkungen wie die letzten 75 Jahre nicht mehr. Es bleibt zu hoffen, dass diese Daumenschrauben nach der Bewältigung der Krise wieder gelockert werden. Wie es jetzt ausschaut, werden wir noch lange hinein ins Jahr 2021 damit leben müssen. Laut Statistik starben in Österreich 2020 an bzw. mit Corona ca. 8000 Menschen.

 

 

 

Werner Gradnig 31. Dez. 2020

 

 

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Chronik  2017

 

Eins, zwei, drei und schon wieder ist ein Jahr vorbei. Im vergangenen Jahr hat sich in unserem kleinen Dorf ja wieder einiges getan – und einiges ist passiert. Das ist der Lauf der Dinge und des Lebens deren Unwägbarkeiten in keinem Algorithmus erfasst werden kann – auch wenn Google & Co die Berechenbarkeit des Einzelnen Smartphonebenutzers (also von uns fast allen) immer besser in den Griff bekommen – Alexa und Siri lassen grüßen. Die Standardantwort „ich habe nichts zu verbergen“ verharmlost die Überwachungsmaschinerie und ist trügerisch. Es empfiehlt sich, nicht immer online zu sein!  

 

So, das war jetzt ein deftiger Einstieg in die Chronik des heurigen Jahres, die ich, so wie die letzten drei Jahre subjektiv schreibe – also ich schreibe, was mir auf- ein- und was immer noch auf die Füße oder ins beschränkte Hirn gefallen ist:   

 

Der Jänner 2017 war der kälteste Jänner seit 30 Jahren. Es gab keinen Niederschlag – dafür 16 Grad minus am 6. Jänner – in Moskau hatte es unvorstellbare 40 Grad minus! Ende Jänner stieg die Temperatur über Nacht von minus 15 Grad auf 10 Grad plus- das in wenigen Stunden!      

 

Von den Wetterkapriolen wieder in die Niederungen der Dorfgesellschaft. Stofer Sepp ist Anfang April, kaum zwei Monate nach seiner Wiederwahl als SV-Obmann zurückgetreten, was insofern schade ist, dass er in den vergangenen drei Jahren sehr viel gemacht hat. Die Renovierung des SV-Platzes bei der Kirche, der Kinderspielplatz und die sensationelle „Möll-Man“-Veranstaltung hat Sepp federführend initiiert und mitgestaltet. Lieber Sepp, das bringen nur wenige zustande, muchastschas grazias, merci, thank you, grazie und danke im Namen von sehr vielen Menschen (ich weiß, was das bedeutet und welche zeitaufwändigen Anstrengungen es bedarf). Sepp, wenn ich anfange dir zu erzählen, was ich mir manchmal als Gründungsobmann des Sportvereines und danach viele Jahre als Drittelobmann ab und zu anhören, bzw sagen lassen musste, geht auch das auf keine Kuhhaut. Vielleicht überlegst du es dir doch noch einmal und machst gestalterisch weiter – zum Trotz – zwei Jahre als SV – Obmann gehen wohl noch, Sepp!      

 

Ein kulturelles highlight war Ende April die Lesung von Josef Winkler, dem Büchnerpreisträger aus Kamering (Gemeinde Feistritz/Drau) im MIKADO. Eine Erklärung für nicht Eingeweihte: Der Büchnerpreis ist der deutschsprachige Literatur-Nobelpreis! Positiv zu vermerken ist, dass auch einige Tresdorfer den Weg zur Lesung gefunden haben.      

 

Ende Juni ging die erste Hitzewelle zu Ende. Höchsttemperaturen bis 36 Grad sorgten für Trockenheit und Ernteeinbußen auf Berg und Tal.      

 

Am Montagnachmittag den 3. Juli brannte das Wirtschaftsgebäude des Thalerhofes bis auf die Grundmauern ab. Es ist ein Verdienst und der Übersicht des Einsatzleiters und unseres Kommandanten Stofer Hans zu verdanken, dass das Wohnhaus gerettet werden konnte. Gemeinsam mit den Feuerwehrkameraden der Nachbarwehren konnte das Schlimmste verhindert werden. Dafür gebührt allen Einsatzkräften ein großer Applaus!      

 

Applaus (wird akkustisch eingespielt)       

 

Der Applaus ist keine Selbstbeweihräucherung – er ist ein akkustisches Zeichen für eine gelungene Arbeit, für einen erfolgreichen Einsatz – darüber kann und soll man sich freuen.   

 

Was irgendwie auffällig ist, ist die Tatsache, daß es die letzten 20 Jahre in Tresdorf vier ungeklärte Brände gegeben hat. Zur Erinnerung * Stoferhütte * Mörtlhaus * Zimmerei Rupitsch und * Thalerhof...      

 

Wenn ich schon bei der Statistik bin noch eine Aussage von meinem Vater Alfons, der zwei Jahrzehnte Schriftführer der FF Tresdorf war und in dieser Zeit auch die Chronik, damals noch mit dem verstorbenen Kofler Franz und dem bereits ebenfalls verstorbenen Veitlorenz Sepp, also Experten unter sich, geführt hat. Alfons, er wird nächstes Jahr 90 Jahre alt betont immer wieder, dass er in Tresdorf 17 Witwen betreuen muß! So lustig das auch klingt, macht es auch ein bißchen nachdenklich...!      

 

Anfang August, beim 2. Tresdorfer Dorffest hat sich die Dorfgemeinschaft heuer noch einmal ausgezeichnet. Auch wenn im sogenannten Alltag gemeinschaftlich nicht immer alles „rund“ läuft, wird bei großen Veranstaltungen zusammengearbeitet. Da waren und - sind wir gut!      

 

Applaus (wird eingespielt)      

 

..ist das nicht ein Fingerzeig, wie es gehen könnte?       

 

So, wenn sich bereits die ersten denken „jetzt wird er schon wieder gscheid“ werde ich die heurige Chronik mit der politischen Wetterlage beenden:      

 

Wir haben seit wenigen Wochen eine neue Regierung – Sebastian Kurz von der ÖVP-türkisen Partei bildet als jüngster Bundeskanzler (32 Jahre jung ist der Spund) eine Koalition mit Karl Heinz Strache von der FPÖ.      

 

Der Blaue, Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser sitzt vor dem Kadi und hat Erklärungsbedarf bezüglich des BUWOG - Verkaufs, von den Milliardenverlusten der Hypo-Kärnten hört man momentan nichts mehr und 2018 wird in unserem Bundesland wieder zur Urne gerufen.       

 

Das Flüchtlingsthema hat sich von der Panikmache wieder auf ein seriöses Maß eingependelt, wird uns jedoch zukünftig weiter beschäftigen. Seit es Menschen gibt, gibt es Wanderungsbewegungen aus unterschiedlichsten Beweggründen – Hunger, Kriege, Vertreibungen aus relegiösen Gründen, Suche nach besseren Lebensbedingungen sind nur einige Beweggründe. Die damit einhergehende Vermischung der Ethnien untereinander gibt es daher auch seit Menschgedenken und wird sich im Zuge der Globalisierung weiter beschleunigen, ob wir es wollen oder nicht, ob wir davor die Augen verschließen und Mauern errichten, oder ob wir uns konkret damit beschäftigen und Rahmenbedingungen für konfliktarme Lösungen suchen.      

 

Karl Schwarzenberg, ehemaliger tschechischer Außenminister, ein kluger Mann von altem österreichischen Adel abstammend, warnt vor einer gefährlich überhand-nehmenden Selbstgefälligkeit. In der Kleinen Zeitung mahnte er davor und verwies auf geschichtliche Tatsachen, die auch dem desinteressierten Laien einiges bewußt machen. Schwarzenberg schrieb vom „Krieg als Normalzustand beim Menschen“. „Unsere Eltern und Großeltern lebten in großer Armut. Das, was gemeinsam erreicht worden ist (er meint damit die europäische Union) ist einzigartig und eine Art „Friedenswunder“, das von vielen als zu selbstverständlich wahr-genommen wird. Die Leute glauben immer, dass das von selber kommt. Kriege jedoch waren immer der Normalzustand bei den Menschen. Der Wohlstand, wie wir ihn jetzt hier in Europa erleben, ist eine historische Einmaligkeit Wir machen es uns nur nicht bewußt, dass es eine Ausnahmesituation ist!      

 

Soll danach keiner sagen können, er hätte es nicht gewußt!      

 

Werner Gradnig

30. Dez. 2017

 

Chronik  2016  

 

Meine Chronik für´s Jahr 2016 ist zu einem guten Teil ein Wetterbericht. Der Sturm der letzten Stunden gibt meinen Aufzeichnungen noch etwas mehr Wahrhaftigkeit. Interessanter Weise gibt’s da Zusammenhänge, also zwischen dem was der Mensch (also wir) macht und wie die Natur reagiert. Das weltpolitische Chaos spiegelt sich in den Wetterkapriolen wider – von meiner sehr beschränkten Betrachtungsweise scheint es zumindest so zu sein.  

 

Das neue Jahr 2016 begann mit einem kleinen Wunder – kein Sirenenalarm am 1. Jänner. Das wegen der extremen Trockenheit vom Landesfeuerwehrkommando ausgegebene Abbrenn-Verbot für Feuerwerkskörper aller Art zeigte bis auf einzelne Ausnahmen Wirkung.   

 

Voriges Jahr hatte es am 10. Jänner 21 Grad Celsius plus in Obervellach – bei uns hatte es „nur“ wohltuende 17 Grad und heute, ein Jahr später hat es zur selben Zeit Minus 5 Grad zu Mittag.  

 

Am Freitag den 5. Feber hatten wir zehn Zentimeter Schnee im Tal – es war der erste nennenswerte Niederschlag nach mehr als 3 ½ Monaten (von Mitte Oktober). 25 cm Neuschnee gab es dann am 17. Feber.  

 

Ein Naturphänomen der besonderen Art erlebten wir Anfang April. Eine besondere Südströmung bescherte uns eine Woche Saharastaub. Wenn man bedenkt, dass die flächenmäßig größte Wüste der Welt über 3.000 Kilometer entfernt liegt, kommt man ins Staunen.  

 

Ende April kam dann noch einmal der Winter zurück, wo viele Obstbäume bereits in vollster Blüte standen. Das Ergebnis war eine Ertragseinbuße von ca. 75 %.  

 

Der Monat Mai gestaltete sich für den Graswuchs ideal – bereits Mitte Juni wurde geheut. „So viele Heuballen (ein Drittel mehr wie im langjährigen Durchschnitt) habe ich noch nie zusammengebracht, wie heuer“ sagte mir mein Cousin, der Gröflitzer Franz. Der Wasserhaushalt hat sich demnach wieder rasch normalisiert. Damit wird die These, dass sich die Jahreszeiten um einen Monat verschoben haben wieder ad absurdum geführt. Es war vielleicht immer so – nur die Zeiträume der Berechenbarkeit werden kürzer.  

 

Ich habe einen Wochenkalender für die Chronik, wo ich mir Notizen mache über dies und jenes. Ich mache das nicht täglich, ich mache meine Einträge in diesen Kalender, wenn mich was berührt bzw. auffällt. Ich vergesse viel und manches fliesst dann doch wieder in die Tasten des PC`s und werden über den Drucker herausgewürgt. Das nur nebenbei bemerkt.

 

Das maximale, was ein kleines Dorf wie unseres stemmen kann (von der Freiwilligkeit), war heuer das 15jährige Jubiläum der Jungen Mölltaler am 11. und 12. Juni. Das Festgelände im Riaga-Feld mutierte wieder zum Mekka der Fans. Weit über 1000 freiwillige Arbeitsstunden erforderte die Abwicklung dieses Events, welcher wie vor fünf Jahren ein Erfolg wurde.     

 

Vor 50 Jahren, 1966 im August gab es in Tresdorf ( darüber hinaus im ganzen Mölltal und in Osttirol) die letzte große Hochwasser-Katastrophe. Die Hirtler- und die Koflerbrücke wurden vom Klenitzbach zerstört, die Machnig-Säge und das Personalhaus vom Sägewerk Triebelnig fiel der Möll-Überschwemmung zum Opfer – nur als 'Erinnerung. Insgesamt forderte diese Naturkatastrophe im Tal mehrere Todesopfer. Heute schützt uns eine viele Millionen Euro teure Bach- und Lawinenverbauung – dabei kommt einem ein „Gott sei Dank“ fast automatisch über die Lippen.  

 

Ein Höhepunkt im vergangenen Jahr 2016 war das 500 Jahr-Jubiläum unserer Ulrichs-Kirche. Nahezu das ganze Dorf war auf den Beinen, um mit Bischof Alois Schwarz dieses halbe Jahrtausend unserer Kirchgeschichte zu feiern. Den Abschluß der würdigen Feier bildete die Kindersegnung – und da hatte der Bischof alle Hände voll zu tun – es gibt nämlich sehr viele Kinder im Dorf.  

 

Von Mitte August, also vom Tresdorfer Almkirchtag bis Mitte September erlebten wir einen herrlichen Spätsommer. Bis Anfang November gab es relativ normales Herbstwetter und dann am 5. November kam der Wintereinbruch – bei der Feldhütte schneite es einen halben Meter.  

 

Nach einem Jahr Wahlkampf und einer für ungültig erklärten Stichwahl im April haben wir seit 4. Dezember einen neuen Bundespräsidenten. Alexander van der Bellen wird am 26. Jänner 2017 angelobt.  

 

Dass der frühe Schnee nicht hält, wissen wir. Um den Kindern einen kleinen Winterspaß bieten zu können, scheuten eine Handvoll Sportvereins-Idealisten keine Mühen und installierten zum ersten Mal im Dorf eine Schneekanone und beschneiten das sogenannte Veidler-Ackerle zwischen Veitlorenz u. Sonner. Für die Kleinen ist der Schneestreifen eine tolle Spielwiese, die auch intensiv genutzt wird.  

 

Der zweimalige Stromausfall am 28. Dez. führte uns wieder einmal drastisch vor Augen, wie abhängig wir von der elektrischen Energie sind. Eine dezentrale, also eine lokale Stromversorgung sollte eigentlich das Gebot der Stunde sein.     

 

Zum Schluß noch einige Zeilen zur wenig erfreulichen weltpolitischen Lage, die mit der Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump, noch um ein prekäres Stück unwägbarer geworden ist. Die Terroranschläge des IS Islamischen Staates in Paris, Nizza u. Berlin schockieren, verunsichern, polarisieren und machen wütend. Chaos zu stiften, ist das Ziel der Terroristen. Bei allem Schrecken und aller Rat- und Hilflosigkeit empfehle ich das Buch „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ des französischen Journalisten Antoine Leiris, der bei einem Anschlag seine Frau, die Mutter ihres gemeinsamen, zweijährigen Kindes verloren hat.   

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Stellvertretend für alle Kriegsgebiete dieser Welt einen Bericht zur momentanen Lage in Syrien, dessen schreckliche Ausmaße unsere Vorstellung übertreffen. Eine Bilanz der World Vision Mitarbeiterin Conny Lenneberg.

 

„Statistiken sagen mehr als tausend Worte: In Syrien wurden bis zu 470.000 Menschen getötet (in etwa die Gesamtbevölkerung von Kärnten), 13,5 Millionen benötigen humanitäre Hilfe (Österreich hat knapp 9 Mio. Einwohner) 6,5 Millionen sind Binnenflüchtlinge, 4,8 Millionen haben das Land verlassen, mehr als eine Million Menschen haben in Europa um Asyl angesucht. Bisherige Kriegskosten? Schätzungsweise mehr als 450 Milliarden Dollar (die gesamte Wirtschaftsleistung Österreichs beträgt ca. 340 Milliarden Euro – Stand 2013)! Die Verluste der Kinder aber können nicht gemessen werden. Verlorene Mütter, Väter, Geschwister, Freunde. Zerstörte Häuser, Spielzeuge, Träume. Verlorene Bildung. Hinter diesen Statistiken stecken echte Menschen, echte Kinder, die echte Schmerzen erleiden.“  

 

Mit diesen traurigen Zeilen will ich die Chronik 2016 nicht beenden. Wie ich vor zwei Jahren schon einmal erwähnt habe, sind wir im engen Mölltal und im kleinen, idyllischen Tresdorf keine Insel an deren hohen Klippen die Tsunamis des Weltenlaufs abprallen. Wir sind mittendrinn – nicht unmittelbar, aber zu spüren bekommen wir´s indirekt alle. Was machen wir und wie – was kann jeder einzelne machen, um unseren kleinen Kosmos menschlich, lebens und überlebenswert zu halten? Was ist wirklich wichtig – und was nicht? Das sind zentrale Fragen, die sich jeder einmal stellen sollte - vielleicht bei einer leichten Bergwanderung. Das gesellschaftliche Leben in unserem Dorf ist nach wie vor sehr rege, was die Voraussetzung für ein gestalterisches Miteinander ist. In Zeiten wie diesen und für die Zukunft werden wir diesen Zusammenhalt bitter notwendig haben.  

 

Bleiben wir beseelt, „holt ma zsamm“ und sind wir offen für positive Veränderung und Entwicklung - trotz allem!        

 

Werner Gradnig

6. Jänner 2017

 

 

Chronik 2015    

 

Das heurige Jahr begann mit einem sehr gefährlichen Bergeeinsatz beim Pichlerhof, wo in der Nacht vom 9. Jänner ein junger Stiefelberger ca. 200 Meter über die Bergstraße abgekommen ist. Fahrer und Beifahrer wurden schwer verletzt und mussten aus dem steilen Gelände geborgen werden. Die Bergwiese war total vereist -ein großes Glück, daß der Einsatz für die Helfer unfallfrei verlief.

 

Einen Temperaturrekord erlebten wir am 10. Jänner: angenehme + 17 Grad zeigte das Thermometer in Tresdorf und frühlingshafte 21,5 Grad in Obervellach.  

 

In den ersten fünf Wochen sind in der Gemeinde neun Menschen gestorben – davon vier aus Tresdorf ( ) und Mitte Feber verabschiedete sich der Pichler Sepp, ein allseits beliebter Zeitgenosse von dieser Welt.    

 

Bei der Hypo-Alpen-Adria Bank sind sie Anfang März nach fünf Jahren der Prüfung draufgekommen, dass die Gesamtschulden nicht unvorstellbare 20 Milliarden Euro – sondern noch um einiges mehr beträgt. Unberuhigend vielen, sprich gierigen und unverantwortlich handelnden Experten ist dieses Desaster zu verdanken, bei denen auch sämtliche Kontrollmechanismen kläglich versagt haben - die Untersuchung ergab ein Multiorganversagen. Sowohl das Geld ist weg, als auch der Ruf von Kärnten ist mittlerweile ruiniert.

 

Mitte April ist unser langjähriger Kassier Josef Kerschbaumer vlg. Mar gestorben. Mit der Bereitstellung der Martenne hat er und seine Familie einen Impuls gesetzt, der rückblickend betrachtet, den finanziellen und gesellschaftlichen Eckstein für die Entwicklung des Dorfes bedeutet hat.  

 

Am 13. Mai hatten wir den ersten Tag mit + 30 Grad im Schatten und am Vortag gab´s einen Brandeinsatz in der Staller Wölla. Zwei Hubschrauber flogen 30 Feuerwehrmänner samt Gerät auf die in 2000 Meter gelegene Hochalm und löschten das vom Schwenden außer Kontrolle geratene Feuer.  

 

Bis Mitte Juni gab es schon mehr heiße Tage, wie im gesamten Sommer 2014. Da sich Hitze und Regen in einer Gleichmäßigkeit abwechselten, erblühten die Almen wie selten. Überhaupt fiel die Ernte um ein Drittel üppiger aus als im Jahr zuvor.  

 

Nach dreijähriger Bauzeit wurden die Kanalarbeiten Ende Juni abgeschlossen. Wenn die Abrechnung abgeschlossen ist, werde ich die genauen Zahlen der ver- und gebauten Leistungen notieren.  

 

Ende Juli verwüstete ein ungewöhnlich heftiger Hagelschlag mit Hühnerei-großen Eisbällen die Region in und um Villach – Schadensumme ca. 200 Mill. Euro.

 

Der MöllMan, ein von Funktionären des SV Tresdorf entwickelter Mannschafttriathlon mit schwimmen, radfahren und laufen mit Start und Ziel am Mitterling mutierte zum sportlichen Sommerhighligth in der Gemeinde Rangersdorf. Mehr als 150 Teilnehmer und hunderte Zuschauer waren begeistert und voll des Lobes.    

 

Anfang August erfolgte die offizielle Fertigstellung der 10 Mio. Euro teuren Lawinenverbauung unterhalb der Hohen Nase. Der Pfarrer, die Trachtenkapelle, einige Besucher aus der Umgebung und zehn/zwölf Tresdorfer wohnten der feierlichen Einweihung bei – also enttäuschend wenige für deren Schutz das Bauwerk errichtet wurde. Aber nächstes Jahr soll eine gebührende Feier stattfinden.  

 

Veranstaltungsmäßig ist ja einiges los im Dorf. Eine kurze Aufzählung der letzten fünf Wochen: Weihnachtsbasar, Mini-Krampus-Lauf, Nikolaus Hausbesuche, Feuerwehrmesse mit der Einladung zum Mittagessen im Feuerwehrhaus und dem vorweihnachtlichen Fixpunkt, „treffen wir uns beim Christbaum“ unter Mitwirkung von 30 Kindern. Da jede Veranstaltung mit der Idee bzw. Einladung beginnt und bei Z wie Zusammenräumen endet, bedarf es vieler Idealisten. Solange es diese gibt, wird sich im Dorf auch weiterhin einiges tun. Vermieden sollte werden, dass gewisse Tätigkeiten oft von den selben Personen gemacht werden – das nämlich ermüdet.  

 

Die letzten 10 Wochen gab es im Tal so gut wie keinen Niederschlag und den Schnee sucht man bis zu den Bergspitzen vergeblich. Sogar die Ältesten der Alten können sich nicht auf so eine trockene Wetterperiode erinnern - der Klimawandel läßt grüßen.

 

Es wäre ein kleines Wunder, wenn es heuer zu Silvester trotz Warnungen und Verboten für das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nicht zum ein oder anderen Brand kommt.  

 

Und nun kurz zur weltpolitischen Lage, die uns so nah ist, wie die letzten 70 Jahre nicht mehr (der Krieg in Jugoslawien 1991 vielleicht ausgenommen). Wie auf ein geheimes Kommando setzte im August eine Völkerwanderungen aus den Kriegsgebieten Syriens, Afrikas und des Mittleren Ostens ein, der Politiker und Bevölkerung gleichsam überraschte und eklatant überforderte. Bis zu 10.000 Flüchtlinge täglich passierten ohne Registrierung die österreichische Grenze bei Nikolsdorf u. Spielberg in der Steiermark. Die meisten nutzten Österreich als Transitland nach Deutschland. Tausende freiwillige Helfer und gemeinnützige Organisationen verhinderten eine humanitäre Katastrophe. Deutschland hat heuer bereits über 1 Mio. Flüchtlinge aufgenommen – Österreich ein Zehntel. Zum Vergleich: in den vergangenen Jahren suchten davon nur ca. 10 % / jährlich um Asyl an. Da sich etliche EU-Staaten weigern auch nur annähernd so viele Flüchtlinge wie wir aufzunehmen, wird dieser Massenzuzug auch eine Bewährungsprobe für die Europäische Union. Diesbezüglich schrieb Florian Klenk von der Wiener Stadtzeitung Falter unter dem Titel „Offene Grenzen brauchen offene Worte“: „Wie viele Menschen lassen wir herein? Darf Österreich ein Wort mitreden, wer kommen kann und wie soll ein bereits überlasteter Arbeitsmarkt mit zehntausenden Neuankömmlingen verfahren? Zu den wirtschaftlichen Fragen gesellen sich kulturelle – wir erleben ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang.“    

 

Ganz zum Schluß noch eine Bemerkung, die die alte, in Kurrentschrift verfasste Chronik betrifft, die heute kaum mehr wer lesen kann. Im Sinne einer lückenlosen Dokumentation ist es unumgänglich, diese zu übersetzen. Eine professionelle Übersetzerin hätten wir, aber das kostet natürlich nicht so wenig. Je nach Zeichenanzahl käme die Übersetzung auf 2 bis 3 Tausend Euro.

 

 

Werner Gradnig

 

Tresdorf, 27. Dez. 2015

 

 

 

Chronik 2014

 

Die heurige Chronik beginne ich mit zwei Nachträgen.

 

Der Nachtrag für 2010 erscheint mir deshalb so wichtig, zumal ein derartiges Gewaltverbrechen in unserer unmittelbaren Nähe noch nicht vorgekommen ist: Am 30. März 2010 hat Golger Rudl seine Mutter Herta mit einem Küchenmesser ermordet und wurde noch am Tatort festgenommen. Der Täter verstarb einige Monate später in der psychiatrischen Abteilung des LKH Klagenfurt.    

 

Ein weiterer tragischer Eintrag aus dem Jahr 2012 darf in unserer Chronik nicht fehlen: Am Marterlesonntag, den 9. Sept. 2012 stürzte Harald Lackner vlg. Walker im 39. Lebensjahr bei der Schafsuche unterhalb der Hohen Nase tötlich ab. Er hinterläßt seine Frau Carmen mit drei Kindern.  

 

Für Nachträge werde ich zukünftig ein/zwei Seiten pro Jahr Raum lassen, die bei Bedarf gefüllt werden können - so auch heute bei der 108. Vollversammlung. Wenn mir ein wichtiger Fakt entgangen ist, oder wenn jemand etwas weiß, was ich nicht wissen kann, das aber interessant und für die Nachwelt aufzeichnungswürdig ist, so besteht die Möglichkeit, die Chronik nachträglich zu ergänzen.  

 

Da wir seit 12 Jahren mit der Internet-Adresse tresdorf.at eine homepage betreiben, ist das Dorfgeschehen meistens „on time“, wenn nicht immer täglich, dann doch wöchentlich aktuell. Die Feuerwehrseite zeichnet sich durch umfangreiche Information und Aktualität aus, die keinen Vergleich zu scheuen braucht. Sepp Zwischenberger vlg. Stofer ist da mit großem Elan und Begeisterung am Werk. Er dokumentiert alle Feuerwehr-Tätigkeiten in Wort und Bild – und ist damit der eigentliche Chronist. Welche Bedeutung unser Internetauftritt hat, unterstreicht die Tatsache, daß die Österreichische Nationalbibliothek alle homepages mit at-Endung regelmäßig speichert und in ihr riesiges Archiv aufnimmt! Einige statistischen Zahlen zu unserer hp: Wir hatten heuer über 120.000 Seitenaufrufe, von denen an die 10 % auf die Feuerwehrseiten fielen. Interessant sind auch die Zugriffe aus dem Ausland: 1600 aus Deutschland, 118 USA, Tajikistan 5, Peru 2, Trinidad & Tobago 1.  

 

Da ich bereits Dokumentiertes nicht ausführlich wiederholen will, werde ich den Jahresrückblick in geraffter Form widergeben.  

 

2014 war für die Feuerwehr glücklicher Weise ein ruhiges Jahr, welches sich auf drei Ausrückungen zu Auto- u. Forstunfällen beschränkte.    

 

In der ersten Jännerwoche präsentierten Helmut Kerschbaumer, Franz Grader vlg. Plaschnig und ich den neu-digitalisierten und mit einmaligen Tondokumenten ergänzten Tresdorf-Film im MIKADO. An die 50 Besucher tauchten begeistert in die dörfliche Welt und ihren Menschen vor 33 Jahren ein. Die Hauptarbeit an dieser Neuauflage geht auf das Konto von Helmut und Gery Holzeis, der auch für das Cover verantwortlich zeichnet. Bisher (Stand Dez. 2014) wurden 30 DVD´s zum Stückpreis von 25 Euro verkauft. Die DVD mit ihrem schön gestalteten Cover bietet sich als besonderes Geschenk für Personen mit Tresdorf-Bezug an. Im Hinblick, daß kaum mehr Videorecorder in Betrieb sind, eine überlegenswerte Sache – auch wenn man´s sich selbst nicht mehr ansieht.    

 

Bei der 33. Jahreshauptversammlung des SV Tresdorf Mitte Jänner wurde Sepp Zwischenberger vlg. Stofer als Obmann gewählt. Nach drei turbulenten, aber durchaus erfolgreichen Jahren trat Hilde Wadlegger nicht mehr zur Wahl an. Auch einige Sektionen und Funktionen wurden neu bestellt. Die Weiterentwicklung des Sportvereines ist bemerkenswert und beschränkt sich inzwischen nicht nur auf das Dorf, sondern ist mit dem MöllLauf, dem Marterle-Tourenlauf und der Teilnahme an diversen Meisterschaften und Turnieren überregional tätig. Der Verein ist aus Tresdorf nicht mehr wegzudenken – wer hätte das vor 33 Jahren gedacht?!  

 

Der Feuerwehr-Maskenball am 25. Jänner war wieder Anziehungspunkt für viele Besucher aus Nah- und Fern. Diesmal trübten die große Gaudi von unbekannten Psychos eingesetzte KO – Tropfen, die ihrem Namen gerecht und bei zwei Betroffenen im Krankenhaus nachgewiesen wurden. Polizeiliche Ermittlungen führten leider zu keinem Erfolg.  

 

Ende Jänner, Anfang Feber kam der große Schnee. Nahezu 1 ½ Meter Neuschnee führten zu etlichen Behinderungen und die Feuerwehr wurde gebeten, einige Dächer bzw. carports von der Schneelast zu befreien. Aufgrund des Schneedrucks kam es zwar zu kleineren Schäden, besonders bei auf dem Dach montierten Solaranlagen. Aber auch die am 23. Feber abgegangene Naßschneelawine über die Walker- bzw. Hirtlerleitn verursachte zum Glück nur Flurschäden.  

 

Zwei Tage nach Frühlingsbeginn am 23. März beglückte uns Frau Holle noch einmal mit 25 cm Neuschnee, aber das war´s dann.   

 

Anfang April begann wieder der Kanalbau und es war aufgrund des späten Baubeginns zu diesem Zeitpunkt schon klar, daß an eine Fertigstellung im heurigen Jahr nicht zu denken ist.  

 

Ende April wurde das vom Sportverein initierte Projekt „Kinderspielplatz“ beim Kofler, am ehemaligen Standort der Viehwaage, in Angriff genommen.    

 

Der Ulrichsonntag am 6. Juli stand heuer, neben der obligatorischen Prozession, ganz im Zeichen der 50jährigen Zugehörigkeit zur Gemeinde Rangersdorf. Bei der Volksbefragung im Herbst 1963 sprachen sich ¾ der Tresdorfer für eine Eingemeindung nach Rangersdorf und somit für einen Austritt aus der Gemeinde Stall aus. Die Bürgermeister beider Gemeinden, Peter Ebner aus Stall und Franz Zlöbl aus Rangersdorf , wohnten den Feierlichkeiten bei. Die Trachtenkapellen beider Gemeinden, sowie der MGV Rangsburg umrahmten diesen wunderschönen Sommertag musikalisch.  

 

Von der Cold water challenge, der youtube-Epedemie aus dem Internet, wurde auch die FF Tresdorf Anfang August infiziert. Lustig war´s, naß war´s und zum Schluß gab´s einen Swimmingpool weniger im Dorf und zwar den beim Striednig. Drei Wochen später untersagte das Landesfeuerwehrkommando die Teilnahme bzw. Veranstaltung derartiger Bewerbe. Auch der SV Tresdorf, Stofpower & Mar und die Nachbarschaft fabrizierten derartige Videoclips.  

 

Der Almkirchtag auf der Feldhütte mußte heuer wetterbedingt abgesagt werden. Das Sommerwetter war zwar relativ stabil; es hat grob geschätzt jeden zweiten Tag geregnet – ab und zu zwei Mal am Tag. Die statistische Durchschnitts-Niederschlagsmenge beträgt bei uns ca. 1200 Liter (auf einen Quadratmeter) pro Jahr; heuer dürften es über 2.000 Liter sein.  

 

Ende August fand die Eröffnung des Kinderspielplatzes statt. Tresdorf ist seitdem um einen bunten Akzent reicher. Klein, ein bißchen größer wäre kein Fehler gewesen, aber fein ist der Platz, an dem sich die Kinder sichtlich wohlfühlen. Eine nette Randnotiz: Noch nie gab es so viele junge Väter und Großväter im Dorf, die stolz einen Kinderwagen pilotieren. 

 

Seit Mitte Dezember sind alle Häuser an das Kanalnetz angeschlossen (den ersten Internetanschluß am mitverlegten Lichtwellenleiter tätigten Birgit Wallner und Stefan im November). Das gesamte, über 4 Mio. Euro teure Projekt soll bis Ende Juni nächsten Jahres abgeschlossen sein. Bis dahin sind noch etliche Mauern zu errichten, diverse Nachbesserungen zu machen und die Asphaltierung muß bis dahin ebenfalls fertiggestellt werden.  

 

Nächstes Jahr werden somit zwei Jahrhundertprojekte finalisiert. Mit der Wildbach- und Lawinenverbauung wurden dann in den letzten 10 Jahren ca. 14 Mio. Euro investiert, eine für unser kleines Dorf gewaltige Summe! Das Dorfbild hat sich im Zuge der großflächigen Arbeiten z. T. stark verändert, sicher nicht immer zum Vorteil. War die Durchzugsstraße vorher zu schmal, hat sie jetzt teilweise eine unproportinale Breite, die neue Gefahren provoziert (schnell fahren, was für Kinder sowie Fußgänger ein Problem werden könnte). Die vielen, zum Teil hohen Mauern sind eine Geschmacksfrage. Auch gibt es viele Trockensteinmauern nicht mehr, welche die ältesten Überreste der ersten Besiedelung darstellen – viel älter als die Kirche, möglicher Weise über 1000 Jahre alt. Gewisse Strukturbereinigungen waren sicher notwendig, aber zukünftige Pläne, die naturgeschützten Mauern weiter zu eliminieren, sollten im Sinne des Dorfbildes gut überdacht werden. „Stirbt die Geschichte eines Ortes, so stirbt auch dessen Seele“ sagte ein mir namentlich nicht mehr bekannter Architekt. Jedenfalls ist das Dorf nächstes Jahr dann generalsaniert und ein Dorffest im Jahr 2016 gehört konkret angedacht.     

 

Weil es so Brauch ist, ein kurzer Querschnitt zur Weltpolitik

 (aus meiner Sicht)    

 

Der arabische Frühling war rückblickend leider nur ein kurzes Mailüfterl. Besonders im 18 Mio. Einwohner zählenden Syrien tobt seit zwei Jahren ein Bürgerkrieg, der sich mittlerweile zu einer regelrechten Schlacht unterschiedlichster Gruppen (Experten sprechen von ca. 200) entwickelt hat. Auslöser dieses Schreckens ist Machthaber Assad der sich aufgrund von Bündnissen noch immer an der Spitze hält. Assad ist Oxford-Absolvent - soweit zum Thema Bildung, wenn kein Demokratie- und Menschlichkeitsverständnis vermittelt wird. Hundertausende Tote, Millionen Obdachlose und Millionen Flüchtlinge sind das bisher traurige Resultat – und ein Ende ist weit und breit nicht in Sicht.  

 

In der benachbarten Türkei ist unter Erdogan die Demokratie-Leiter gekippt und die Reformen in die von den Bürgern „frei gewählte Diktatur“ ist bereitet.  

 

Rußland besetzt die zur Ukraine gehörende unabhängige Republik Krim und den Osten des Landes. Vielleicht wäre es vom Westen bzw. von der NATO gescheiter gewesen, die Ukraine als Pufferzone und nicht als Außengrenze zu forcieren. Krachen tuts auf der Welt - wie schon viele Jahre nicht mehr.  

 

Das Gefühl, sich hier im Mölltal von den Unbillen der Weltpolitik in Sicherheit wiegen zu können, ist trügerisch. Durch die wirtschaftlichen Verflechtungen trifft es jeden. Außerdem kann es uns nicht gleichgültig sein, wenn jährlich tausende im Mittelmeer auf dem Weg ins gelobte Europa ertrinken, oder zehntausende Flüchtlinge im Winter an unseren Grenzen erfrieren – sind wir die meisten doch christlich getauft. Im Eigentlichen kommt es nicht unbedingt darauf an, was man gut meint, sondern, was man Gutes tut.   

 

Das Paradoxe am Weltgeschehen ist die steigende Kriegsgefahr und der momentan stark fallende Ölpreis.      

 

Seit 1. November ist Jean Claude Juncker für die nächsten sechs Jahre der neue Präsident der Europäischen Union und der Österreicher Johannes Hahn ist Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen. Meiner Meinung ist die Europäische Gemeinschaft von nunmehr 28 Ländern das größte Friedensprojekt der Menschheitsgeschichte. Wenn diese Gemeinschaft bei aller berechtigter Kritik den Frieden in Europa bewahrt, dann hat sie ihre Berechtigung. Wer daran Zweifel hat, dem empfehle ich einen einwöchigen Schnupperkurs in der syrischen Hauptstadt Damaskus – ist nur 2 ½ Flugstunden entfernt. Ein Krieg hat noch nie etwas verbessert! Die Geschichte zeigt es – Krieg hat immer alles verschlimmert!  

 

Jeder sollte sich bewußt werden(sein), wenn er wieder einmal über die österreichische Politik, die EU oder die ausbeuterischen Unternehmer teufelt, daß wir trotz allem, ein sehr hohes Wohlstands-Niveau erreicht haben. Der Ausbau der Infrastruktur wird forciert, das Sozialsystem ist eines der besten auf der Welt und die Arbeitslosenrate liegt unter dem europäischen Durchschnitt. Sehr vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Besseren gewendet – vieles ist noch zu machen. Österreich ist unter den zwölf reichsten Ländern dieser Erde. Kritik ist gut, aber alles schlecht machen und zu Tode jammern geht an der Wirklichkeit vorbei, ist kontraproduktiv und dumm.    

 

Was die Zukunft bringen wird, ist ungewiß. Unabhängig von den nun kälteren Außentemperaturen schadet es zukünftig nicht, sich wärmer anzuziehen und näher zusammenzurücken – menschlich und wirtschaftlich.  

 

Tresdorf im Dez. 2014

 

Werner Gradnig

 

 

2014
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