Aufgelesen in der Wiener

 

Stadtzeitung

 

„Falter“(24.5.2017).

 

 

 

Der Humangeograf Gerhard Henkel (73) hat mehr als 300 wissenschaftliche Arbeiten zum ländlichen Raum in Deutschland veröffentlicht. In seinem Buch „Rettet das Dorf!“ steht einiges drinn, was auch für uns in Tresdorf relevant ist. Nachstehend ein kleiner Auszug seiner Erkenntnisse.

 

Da sich seine Untersuchungen mit meinen Erfahrungen zu einem guten Teil decken, will ich das dem interessierten „Tresdorf-Homepage-Besucher-Leser“ nicht vorenthalten. Ich weiß, meistens ist das ein Schaß in den Wind – zumindest ist es geschrieben...! (Werner Gradnig)

 

 

 

Das Land ist wirtschaftlich keinesfalls das Armenhaus der Nation. Hierzulande erfolgt mehr als die Hälfte der Wertschöpfung des Staates auf dem Land, dank vieler mittelständischer Unternehmer. Der Wohlstand ist auf dem Land relativ hoch, auch wegen der hohen Eigenheimquote. Das Land versorgt die Gesellschaft mit Lebensmitteln, Rohstoffen und erneuerbarer Energie; es kümmert sich um die Natur- und Kulturlandschaften, die auch die Großstädter gern besuchen. Am Land finden mehr Gemeinwohlaktivitäten statt – die Landbewohner sind die Blutspender der Nation, hier spenden zehnmal so viele wie in der Großstadt! Und vielleich das Wichtigste: Seit dem Mittelalter haben Dorfbewohner eine hohe Kompetenz aufgebaut, lokale Probleme durch dorfeigene Kräfte wie Genossenschaften anzugehen. Selbstverantwortung und Anpackkultur sind im Dorf tief verwurzelt.“

 

 

 

Soweit der positive Prolog – nun zum „Ist-Zustand“:

 

 

 

Die Menschen, die früher ehrenamtlich tätig waren, hören auf, sich für das dörfliche Gemeinwohl zu engagieren, und dann ist es ihnen völlig egal, was passiert (in Tresdorf, beim SV läufts noch ein bißl anders – da kommt Gegenwind aus dem eigenen Dorf – vielleicht aus dem Grund, „dass es das von einigen Individuen nicht geben kann, dass etwas gut läuft.

 

 

 

DANKE Sepp! - du hast in den drei Jahren viel und was du gemacht, hast du toll gemacht!!!).

 

 

 

Womit sich andere schwer tun

 

 

 

Ein Bürgermeister einer solchen Gemeinde hat dies festgestellt: „Wenn in einem unserer Dörfer eine Bank umfällt, dann rufen die mich an.“ Die gebrauchen ihre Hände und ihren Kopf nicht mehr. Jetzt versucht man händeringend und mit Fördergeldern wieder lokale Aktivgruppen zu initiieren. Die Eliten in den Großstädten verstehen zu wenig vom Dorf.“

 

 

 

Die Kommunen, auch die größeren, haben durch enge finanzielle und rechtliche Vorgaben von Bund und Ländern keine Spielräume für ihre individuelle Gestaltung. Geld bekommen sie nur für das, was Bund und Länder per Gesetz vorgeben, wie Schulen und Pflege. Aber gegen den Leerstand oder für den Tourismus richtig Geld in die Hand nehmen können sie nicht. Und wenn die Schülerzahl unter eine bestimmte Grenze fällt, wird die Schule geschlossen. Egal, ob es da ein wunderbares Schulgebäude gibt, sie nach einem guten Konzept arbeitet und die Eltern sich engagieren – das wird eiskalt beseitigt.“

 

 

 

und weiter

 

 

 

Natürlich sind die Dorfbewohner auch vielfach selbst schuld an der Misere, indem sie ihre Läden nicht unterstützen. Meine Botschaft: „Die Dörfer müssen sich auch selber retten“! Die Bewohner müssen erkennen, dass alle mitmachen müssen. Es geht nicht, dass man in den Sportvereinen seine Kinder wie selbstverständlich von anderen trainieren lässt, sich aber selbst nie einbringt. Nur das Geben und Nehmen macht die Dörfer stark.

 

 

 

wie geht das – ein Beispiel

 

 

 

In jene Orte, die sich durch Aktivitäten auszeichnen, wird ein großer Teil der Jugendlichen auch wieder zurückkommen. Der Bürgermeister des kleinen Ummendorg in Sachsen-Anhalt setzt sich jede Woche mit den Jugendlichen zusammen. Die Gemeinde überlässt ihnen in einem alten Bauernhof Räume, jedes Jahr machen sie ein Rockfestival. Dafür halten sie Bushaltestellen und Spielplätze in Ordnung – und lernen, wie man in einer Gemeinschaft etwas anpacken kann. In vielen Orten offerieren sich auch die Firmen schon in den Schulen und erklären, welche Ausbildungen sie benötigen und welche guten Arbeitsplätze sie bieten können.“

 

Der Titel dieses auszugsweise widergebenen und leicht interpretierten Artikels lautet "Lasst das Dorf leben" - insieme (gemeinsam) gehts dann schon - und sich einzuklinken sollte, bei gutem Willen, nicht allzu schwer fallen!

 

Um es wieder einmal ins Bewußtsein zu bringen (weil es heute so normal ist - aber eine lange Geschichte hat) über was wir in Tresdorf verfügen dürfen/können:

 

     *     Feuerwehrhaus/auto mit Veranstaltungsraum

         SV-Platz bei der Kirche mit Bühne und    perfekt ausgestatteter Ausschankhütte

     *     Eis- u. Asphaltstockplatz mit Hütte, WC und Lagerraum bei der Möll

     *      Equipment von der Funk-Stopp-Anlage bis hin zur JBL-Tonanlage mit FunkMikros und zwei Videobeamer

 

...habe sicher einiges vergessen; eines jedoch ist klar, die Möglichkeiten in unserem kleinen Dorf was zu machen, sind groß! Mögen es die Jungen schätzen, nützen und ergänzen, oder reduzieren!

 

 

 

Reaktionen bitte in unserem Gästebuch deponieren - anonym ist unfair, aber das wissen wir eh!

 

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